M.A.C.

Das mobile Art Café.

FALTUNGEN.

Betrachtungen zum Begriff der Vielfalt

 

Es war eine Exkursion zu einigen Stationen der Begriffsgeschichte , beginnend bei Alexander von Humboldt und Ende des Bogens gibt es die Anweisung von Tristan Tzara: Wie man ein Gedicht schreibt. Spannend, vergnüglich und das Thema böte sicher Stoff für mehrere Art Frühstücke.

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Dr. EVA-MARIA SIEGEL, Universität zu Köln
Außerplanmäßige Professorin, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, seit 2007
Dr. phil. Humboldt Universität zu Berlin 1991
Habilitation Universität zu Köln 2002
Aktuelle Schwerpunkte: Interkulturalität, Postkoloniale Theorie, kontrafaktisches Erzählen, Humor & Satire
seit 2004 selbständige Trainerin und Beraterin, Arbeit für unterschiedliche Hochschulen, unter anderem im Dualen Studium, letzte Publikation zu Diversität in mittelständischen Unternehmen

 

 

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Das Betriebssystem Kunst 2019

Was will die Gesellschaft von der Kunst und was will die Kunst von der Gesellschaft?

Als sich die bildende Kunst vor nicht allzu langer Zeit ohne Not vom sozialen in den ökonomischen Bereich der Gesellschaft verschoben hat, haben sich die ursprünglichen und gewachsenen Wechselwirkungen zwischen Künstler, Werk und Betrachter radikal verändert. Die Verwertung des künstlerischen Werkes durch Dritte ist zum bestimmenden Parameter geworden. Vom partizipierenden Kunstmarkt hin zur alles bestimmenden Kunstindustrie. Die gesellschaftliche Relevanz von Kunst wird dabei zunehmend nebensächlich. Sie ist aus der Mitte der Gesellschaft in den ökonomischen Malstrom geraten und hat sich von der Idee eines erweiterten Kunstbegriffs zu einer monetären Zugewinngemeinschaft entwickelt. Die daraus resultierenden negativen Begleiterscheinungen lassen sich gut am Beispiel der Entwicklung der ehemaligen Kunstmetropole Köln vom innovativen Hotspot zu einem international eher unbedeutenden Binnenmarkt aufzeigen.
Was bedeutet der stattgefundene Paradigmenwechsel bezüglich der Kunstbewertung nun für das Selbstverständnis der Kunstschaffenden und der Kunstbetrachter und wie hat sich dadurch die Wahrnehmung und Rezeption von Kunst durch die Gesellschaft verändert? Wer hat heute die Deutungshoheit über die Kunst?Trotz der aus seiner Sicht negativen Entwicklungen hält Michael Staab die Wechselwirkung zwischen Kunstschaffen und Kunstbetrachtung im Ganzen gesehen für das letzte nicht korrumpierbare gesellschaftliche System. Welche Möglichkeiten und Herausforderungen beinhaltet diese sehr optimistische Sichtweise für den Künstler und den Kunstbetrachter?

Michael Staab,
Theaterregisseur, Aktions- und Konzeptkünstler, Ausstellungsmacher.

Nach mehrjähriger Arbeit seit 1984 an institutionellen und freien Theatern als Regieassistent und Regisseur beschäftigt sich Michael Staab seit 1992 mit performativ bespielten Rauminstallationen, partizipatorischer Aktionskunst und konzeptionellen Kunstaktionen.
Seit 1994 arbeitet er auch als Projektleiter, Ausstellungsmacher, Kurator und Szenograph für nationale und internationale Kulturinstitutionen, Museen und Biennalen an der Realisierung komplexer Projekte der zeitgenössischen Kunst

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Foto: Helmut Hergarten

IN oder OUT?

Über Außenseiter in der Kunst.

Outsider Art, art brut, art hors-les-normes, Außenseiterkunst. Diese und ähnliche
Begriffe haben nicht nur auf dem Kunstmarkt immer mehr an Bedeutung gewonnen,
durch vermehrte Ausstellungen, immer mehr Sammlungen und Museen vielerorts werden sie auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, nicht zuletzt mit
einem vielrezipierten Pavillon auf der Biennale in Venedig 2013. Einige Werke
hängen auch in Museen, die nicht dezidiert den Fokus auf Outsider Art gelegt
haben, etwa die Werke von Dan Miller im MoMa in New York und auch die hiesigen
Auktionshäuser vermerken einen Anstieg der Verkäufe von Outsiderkunst. Was also
unterscheidet die Außenseiterkunst von Werken „etablierter“ Künstler? Wie
erklärt sich die Idee Jean Dubuffets von art brut , im Sinne von unverfälscht, nicht bearbeitet, wie ein Rohdiamant?
Zwei spannende „Unbekannte“ stellt Julia Krings am 25.5.2019 beim Art Café vor.
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Julia Krings ist Kunsthistorikerin und arbeitet seit 2008 als Kustodin am
Kunsthistorischen Institut in Bonn. In ihrer Lehre wie Forschung sind moderne
und zeitgenössische Kunst leitende Themen, das Dissertationsprojekt stellt die Frage nach Outside[r] art?
Kuratorische Projekte, Katalogbeiträge und verschiedene Vorträge sind u.a. für sie Plattformen, auch außerhalb der Universität in der Praxis tätig zu sein.

Domschläfer

Er liegt etlichen Wirtschaftsbossen, Politikern und Bankern eher schwer im Magen, findet er doch immer Erstaunliches und Anrüchiges, was viele lieber weiter im Verborgenen gesehen hätten.

Werner Rügemer, Publizist, Berater, Stadtführer. Vorsitzender der Aktion gegen Arbeitsunrecht.
Letzte Buchveröffentlichungen:

  • Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet. Transatlantische Sittenbilder aus Politik und Wirtschaft, Geschichte und Kultur (2017)
  • Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts. Gemeinverständlicher Abriss zum Aufstieg der neuen Finanzakteure (2018).
    http://www.werner-ruegemer.de

Im Schatten des Kölner Doms erblühte die Verfolgung der Juden und später mit dem Hexenhammer die Verfolgung einer neuen Gefahr, die von kundigen Frauen ausging.
Im selben Dom, dessen Türme im 19. Jahrhundert endlich von der Bank Sal. Oppenheim und vom preußischen König finanziert wurden, predigte Kardinal Meisner ein Jahrhundert später zum Geburtstag eines gewissen Konrad Adenauer: „Er wurde uns von Gott geschenkt“ –
Der christliche Gründervater der Bundesrepublik Deutschland hatte sich dieses allerhöchste Lob verdient, weil er auf dem Boden dieses seines neuen Staates den Atomkrieg und den Untergang Europas inklusive seiner Heimatstadt riskiert hatte, zur Abwehr diesmal der „bolschewistischen“ Gefahr. Der aus dem tiefen Bayern kommende Arbeitsmigrant Werner Rügemer begann zum Ende des 20. Jahrhunderts im Schlachthof Köln-Ehrenfeld seine Entdeckungsreise in die Untiefen des vom ehemaligen Kölner Oberbürgermeister hinterlassenen Erbes. Dabei stieß er unter anderem auf die fernen Investoren des Baukonzerns, der bisher straflos den Einsturz des Kölner Stadtarchivs zu verantworten hat – von Kölner Justiz, Medien, IHK und Politik aber geheimnisvoll geschont wird. Domschläfer – die Gefahren sind noch nicht vorbei.

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Iwans Gespräch mit dem Teufel

Wie verheerend muss es sich auf das Selbstbild eines Menschen auswirken, wenn er die Fähigkeit einbüßt, daran zu glauben, dass er Gegenstand und Zweck der Liebe Gottes und anderer Menschen sein kann – dass er der Liebe unwürdig ist, und zwar besonders darum, weil er unfähig ist, seinen eigenen moralischen Anforderungen gerecht zu werden? Weil er unmoralisch ist, schäbig, „lasterhaft“, wie man um 19. Jh. zu sagen pflegte. Weil er findet, dass er des Glückes nicht würdig ist. Weil er überzeugt ist, dass er niemals im Paradies existieren kann, weil er jede paradiesische Gemeinschaft durch seine eigene charakterliche Schwäche zerstören würde – weil er seiner nicht würdig ist. Menschen fragen sich oft, wie ein Paradies sein müsste, damit sie darin glückselig sein können, aber selten, wie sie sein müssten, damit sie darin existieren können, ohne es zu zerstören. Dostojewskij hält uns einen Spiegel vor. In „Der Traum eines Lächerlichen Menschen“ und „Die Brüder Karamazov“, besonders in Iwans Gespräch mit dem Teufel, gibt er dieser Frage eine glänzende Bühne.

Der Philosoph Dr. Sasa Josifovic , Uni Köln, in einem glänzenden Referat über diese zeitlose Problematik der Menschen.

Memoria 2.0. – Digitale Trauer und Gedächtniskulturen im Internet

Der junge Medienwissenschaftler Patrick Nehls von der Universität Bonn referierte so eloquent und faktenreich über ein äußerst spannendes Thema, dass ihm alle gebannt lauschten. Das gern verdrängte Ende des Lebens bringt nämlich im Netz ungeahnte und neue, teils sehr befremdliche Formen der Trauer und der Erinnerns hervor.

In seinem Vortrag beschreibt Patrick Nehls zunächst historische Veränderungen in der Trauerkultur und zeigt, welche Rolle Medien im Erinnerungsprozess und in der Auseinandersetzung mit Tod spielten und spielen. Trauer, so wird deutlich, sei zu einem großen Teil nicht nur Emotion, sondern vielmehr kulturelle Praxis, die sich im Laufe der Zeit verändere und sich neuen gesellschaftlichen Entwicklungen anpasse. Die Pluralisierung der Medienlandschaften, neue kommunikative Öffentlichkeiten und die Verschränkung sozialen Alltags mit Technologie, führen zu neuen Lebenswelten, von denen auch das Lebensende betroffen sei. So verweist er auf virtuelle Friedhöfe, individuelle Gedenkseiten, QR-Codes auf Grabsteinen, Trauer auf Facebook, Instagram und YouTube und stellt diese in eine Reihe mit bisherigen Formen von Trauerkommunikation. Hier handele es sich nicht um etwas wesentlich Neues, lediglich die Kommunikationsumgebungen und das Repertoire der symbolischen Handlungen habe sich erweitert. Zuletzt wagt sich Patrick Nehls an einem Ausblick, der auf eine grundlegende Veränderung der Trauerrituale und Erinnerungspraktiken verweist: Apps, die Kommunikationsdaten der Verstorbenen analysieren und so Gespräche mit den „Toten“ ermöglichen.

Patrick Nehls arbeitet an seiner Dissertation zum Thema mit dem Titel : „Die Rolle von digitalen Technologien in Ritualen der Trauer und Totenerinnerung“.

Sehr zu hoffen ist, dass es danach als Buch oder Doku erscheint!

Gefundenes Fressen, mit Peter Grohmann

Ein Art Frühstück der Extraklasse gab es im Bürgerhaus Gräfelfing während des Projektes „Travelling Light“ mit Peter Grohmann.

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d‘ Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht.

Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz.

Es gibt viele Videos im Netz und jede Woche ein Neues. Eine kleine Kostprobe: Sex in Höhlen, umgedopt vom 27. Februar 2018

Infos über „Travelling Light“: www.dorothea-bohde.de

Dr. Johannes Schick : „Überlegungen zu einem technologischen Humanismus“

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Neue digitale Techniken scheinen das menschliche Leben im 21. Jahrhundert radikal zu verändern. Der Mensch sieht sich technischen Netzwerken gegenüber, die ihn scheinbar  kontrollieren, vermessen und die alltäglichen Lebenspraktiken bestimmen. Eine dystopische Zukunft scheint uns unmittelbar zu bevorstehen, in der Technologien das menschliche Leben vollständig bestimmen. Gleichzeitig lässt sich auch eine gegenteilige These aufstellen, die betont, dass neue, soziale Medien Widerstand auch erst möglich machen, neue Techniken Krankheiten heilen können, die vor kurzem noch als unheilbar galten und zukünftige Probleme der Verkehrssicherheit etc. scheinen nur vor dem Hintergrund dieser neuen Technologien lösbar. Was beide, die positive wie die negative Aussicht auf die Zukunft gemein haben, ist, dass eine wesentliche Veränderung des Menschen in seinen Beziehungen zur Welt angenommen werden. Jüngere Theorieentwürfe betonen die Notwendigkeit eines Trans- oder Posthumanismus, der die Idee des Menschen gänzlich verabschiedet. Wie muss aber die Frage nach dem Menschen gestellt und wie sein Verhältnis zu Umwelt und Technik formuliert werden? Ich werde versuchen eine Alternative aufzuzeigen, die sich weder einer voreiligen Verteufelung des Technischen noch einer Überbetonung der möglichen, aber noch nicht realisierten Leistungen des Technischen hingibt. Vielmehr werde ich die Praktiken des Menschen mit und in sozio-technischen Umwelten in den Mittelpunkt meiner Überlegungen stellen, um im Ausgang von Gilbert Simondon die Idee eines „technologischen Humanismus“ zu entwickeln.

Dr. Johannes Schick studierte Philosophie, Religionsgeschichte und Politikwissenschaften in Würzburg. Derzeit lehrt und forscht er an der Universität zu Köln in der Graduiertenschule a.r.t.e.s.

 

Von Kassel lernen? Ein Nachruf zur documenta 14

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Ein ungewöhnliches Art Frühstück gab es von Michael Stockhausen, Kunsthistoriker an der Universität Bonn.

In seinem schönen Projektraum K186 , den er gemeinsam mit Julia Krings in Bonn betreibt, war das Art Frühstück eine unter den von mir gezeigten Arbeiten, die dort im Rahmen der Ausstellung „ Farbenstrak“ zu sehen waren.

Die documenta14 kann man als gescheitert ansehen. Wie kam es dazu und woran liegt das?
Mit einem Impulsreferat ist der Sache nicht beizukommen, dachte sich Michael Stockhausen und legte in einer Art virtuellem Rundgang anhand sehr gut gewählter Beispiele und Kommentare eine Fährte, auf der ihm seine Zuhörer gespannt folgten und diskutierten.
Der Kunsthistoriker, der 2018 auch das Kuratorenstipendium des Quartier am Hafen in Köln- Poll inne hat, zeigte, wie die Unentschiedenheit von Adam Szymczyk und seinem Kuratorenteam die vielen Stränge der zahlreichen politischen und ethischen Ansprüche zu einem ratlosen Knäuel verhedderte.

Heilkunst

Atemberaubend!

Der Vortrag von Matheos Sarikas lieferte ungewohnte Einblicke in die kunstvolle Konstruktion unseres Körpers und machte deutlich, wie Licht und Wasser einen elementaren Beitrag zur Zellkommunikation und Gesundheit leisten.
Dabei bestätigte sich wieder die alte Weisheit: wie innen – so außen; wie oben – so unten.
Dabei offenbart sich Heilkunst als die Kunst, die Sprache des Körpers zu erkennen und zu unterstützen, um Heilung und Regeneration zu fördern.

Matheos Sarikas ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat in dieser Position 8 Jahre lang in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Köln gearbeitet. Im Rahmen seiner allgemeinmedizinischen Facharztweiterbildung hat er Erfahrungen in den Gebieten Innere Medizin und Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Kinderheilkunde gesammelt.
Der erfahrene Arzt erkannte, dass Schulmedizin und Kassenverordnungen allein gerade bei chronischen Erkrankungen oft nur eingeschränkt hilfreich sind.
Er wird sich mit einer Praxis für medizinische Hypnose und Akupunktur in Köln niederlassen. https://tcm-koeln-ehrenfeld.de

 

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