Sapere aude! Sind Religion und Philosophie vereinbar?

Ja, wenn etwa angenommen wird, dass Philosophie die Disziplin sei, die sich mit den Sinnfragen befasst. Dann stellt Religion in der Tat einen Zweig der Philosophie dar, da sie sich mindestens mit einer Sinnfrage befasst, nämlich ob es eine jenseitige Welt gebe. Anthropologische Grundannahmen spielten dabei genauso eine zentrale Rolle wie der Umstand, dass die Bejahung und Verneinung der oben genannten Frage von der eindeutigen Bestimmung der Philosophie abhängig ist. Die Auseinandersetzung mit der Thematik führte unweigerlich zum Begriff „Religion“, der nach dem heutigen Stand der Forschung zwei mögliche Herkünfte hat, die beide deutlich machen, dass die Religion einen ganzen Lebensbereich tangiert oder gar abdeckt. So ging der Referent über zu Kant, demzufolge die Vernunftphilosophie in der Religion kulminiere. Die Moraltheologie gibt dem menschlichen Streben nach Glück und dem gelingenden Leben einen unermesslichen Wert und erhebt den Menschen über die Natur, wo er die persönliche Erfahrung eines „von der Tierheit und selbst von der ganzen Sinnenwelt“ unabhängigen Lebens macht. So ist die gesamte Moralphilosophie Kants, die insbesondere in der Kritik der praktischen Vernunft entwickelt wird, die Offenbarung des über-sinnlichen Lebens.

Ein kluges Impulsreferat von Walid Faizzada  beim Art Frühstück am 6.12. 14 !

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