Der Begriff der Intuition bei Henri Bergson

von mobilesartcafe

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Man kann ohne zu übertreiben behaupten, dass der französische Philosoph Henri Bergson ( 1859 – 1941 )bei uns weitestgehend unbekannt ist. Seine Ideen aber haben zahllose Schriftsteller und Philosophen beeinflusst, so dass er bei genauerem Hinsehen alles andere als einflusslos geblieben ist. Dieser Einfluss ist bedauerlicher Weise dort am schwächsten, wo er auch heute noch enormes Potential hätte: in seiner detailreichen Auseinandersetzung mit den Wissenschaften.
Die Intuition ist der Begriff, der sich wie ein roter Faden durch seine Werke zieht. Sie ist ein schillernder Begriff, denn auf der einen Seite ist die Intuition ein bevorzugter Untersuchungsgegenstand Bergsons, auf der anderen Seite soll sie aber auch zur Methode der Untersuchung werden. Grob gesagt ist sie der Verstandestätigkeit insofern entgegengesetzt, als letztere die Realität in immer in kleinere Versatzstücke aufteilt, die Intuition hingegen erfasst immer das „Ganze“ einer Bewegung und kann niemals aus diesen Versatzstücken zusammengesetzt werden. Diese Konstellation ist laut Bergson für viele Probleme in Philosophie und Wissenschaften verantwortlich, sie macht aber auch Bergsons eigenen Stand zwischen diesen beiden Auffassungen so interessant und komplex.

Das Impulsreferat im Art Frühstück am 3.10.2015 hält Dr. Johannes Schick.

Dr. Johannes Schick studierte Philosophie, Religionsgeschichte und Politikwissenschaften in Würzburg. Derzeit lehrt und arbeitet er an der Universität zu Köln in der Graduiertenschule a.r.t.e.s. Seine Monographie über Bergson – „Erlebte Wirklichkeit. Zum Verhältnis von Intuition zu Emotion bei Henri Bergson“ – erschien 2012 im LIT-Verlag.

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