Dr. Johannes Schick : „Überlegungen zu einem technologischen Humanismus“

von mobilesartcafe

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Neue digitale Techniken scheinen das menschliche Leben im 21. Jahrhundert radikal zu verändern. Der Mensch sieht sich technischen Netzwerken gegenüber, die ihn scheinbar  kontrollieren, vermessen und die alltäglichen Lebenspraktiken bestimmen. Eine dystopische Zukunft scheint uns unmittelbar zu bevorstehen, in der Technologien das menschliche Leben vollständig bestimmen. Gleichzeitig lässt sich auch eine gegenteilige These aufstellen, die betont, dass neue, soziale Medien Widerstand auch erst möglich machen, neue Techniken Krankheiten heilen können, die vor kurzem noch als unheilbar galten und zukünftige Probleme der Verkehrssicherheit etc. scheinen nur vor dem Hintergrund dieser neuen Technologien lösbar. Was beide, die positive wie die negative Aussicht auf die Zukunft gemein haben, ist, dass eine wesentliche Veränderung des Menschen in seinen Beziehungen zur Welt angenommen werden. Jüngere Theorieentwürfe betonen die Notwendigkeit eines Trans- oder Posthumanismus, der die Idee des Menschen gänzlich verabschiedet. Wie muss aber die Frage nach dem Menschen gestellt und wie sein Verhältnis zu Umwelt und Technik formuliert werden? Ich werde versuchen eine Alternative aufzuzeigen, die sich weder einer voreiligen Verteufelung des Technischen noch einer Überbetonung der möglichen, aber noch nicht realisierten Leistungen des Technischen hingibt. Vielmehr werde ich die Praktiken des Menschen mit und in sozio-technischen Umwelten in den Mittelpunkt meiner Überlegungen stellen, um im Ausgang von Gilbert Simondon die Idee eines „technologischen Humanismus“ zu entwickeln.

Dr. Johannes Schick studierte Philosophie, Religionsgeschichte und Politikwissenschaften in Würzburg. Derzeit lehrt und forscht er an der Universität zu Köln in der Graduiertenschule a.r.t.e.s.

 

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